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1. Oktobermesse

Plakat zur 1. OktobermesseAm Samstag, 10. Oktober 1931, begann um 16 Uhr die erste »Gütersloher Oktobermesse« mit Kirmesrummel. Um 18 Uhr wurde die Messewoche offiziell mit einem Konzert auf dem Rathausplatz eröffnet. In seinem Geleitwort stellte der Bürgermeister Gustav Tummes (1908 bis 1934) heraus, dass »der Erfolg der Messe nicht nur darin bestehen soll, dass viele Einkäufe gemacht werden, sondern vor allem darin, dass durch die Messe die alte Kundschaft zufriedengestellt und recht viele neue Kundschaft gewonnen wird […] Der Wagemut unserer Kaufmannschaft zeige, dass sie sich nicht unterkriegen lassen will und verzagt den Kopf hängen lässt«.

Der Sonntag begann um 11 Uhr mit einem Platzkonzert vor dem Rathaus, am Nachmittag fanden sportliche Wettkämpfe (Fußball, Handball, Reiten), am Abend ein »Elektrisches Keulenschwingen mit Konzert« auf dem Dreiecksplatz statt. Montag, 12. Oktober, 15 Uhr, gab es ein erneutes Platzkonzert, abends fand eine Tagung des Gütersloher Handels und Gewerbes statt. Am dienstagvormittag versammelten sich die Fachgruppen des Einzelhandels, am Abend führten die Niederdeutschen Heimatspiele im Evangelischen Vereinshaus, Moltkestraße, das Stück »Dä Student van Mönster« auf. Der Mittwoch war mit Fachversammlungen am Vormittag, Schülerkonzerten am Nachmittag und verbilligtem Kinobesuch für Vereinsmitglieder am Abend ausgefüllt. Am Donnerstag, 15. Oktober, fand unter anderem eine Tagung der »Hausfrauen aus Stadt und Land« im Katholischen Vereinshaus statt. Das Thema der Veranstaltung lautete: »Wie kann die Frau zum Absatz deutscher Erzeugnisse beitragen?«

Der Freitag, 16. Oktober, war vorgesehen für Fachversammlungen, der Sonnabend für Kinderbelustigungen, Konzert und Kinobesuch. Am letzten Samstag wurde von 15 bis 16.30 Uhr auf dem Schulhof der Altstadtschule eine »Kinderunterhaltungsstunde« mit Kasperletheater veranstaltet, die mit einem Festzug mit Lampions durch die Stadt endete. Der letzte Messetag, Sonntag, 18. oktober, endete mit sportlichen Veranstaltungen, unter anderem mit dem Staffellauf »Quer durch Gütersloh«, dem Gaufechtertag des Turnvereins von 1879 in den Wiltmannschen Sälen, einem Gesangsfest des Vereins »Harmonie« im Schützenhof, einer Blumenkorsofahrt durch die Stadt und einem Familienabend des Gütersloher Einzelhandels im Hotel Barkey.

Die Schlussbilanz der 1. Gütersloher Oktobermesse wurde als »insgesamt befriedigend« bezeichnet. Auch wenn nicht alle Erwatungen erfüllt wurden, habe die Oktobermesse doch gezeigt, »das mutige Tag die Gespenster Resignation und Wirtschaftsmüdigkeit« verscheucht. Der moralische Gewinn sei größer als der finanzielle geweisen, resümierte die Gütersloher Zeitung. Etwa 40.000, das heißt täglich 5.000 Auswärtige, hätten die Stadt besucht, bei einer Ausgabe von 2,50 Mark pro Person seien 100.000 Mark hereingekommen, rechnte Hans Zumwinkel vor. Andere Quellen nennen rund 60.000 Besucher, die zu einer Umsatzsteigerung von etwa 500.000 Mark gegenüber den Vorwochen geführt hatten. 100 Arbeitslosen sei durch die Messe Lohn und Brot verschafft worden. Bemängelt wurden hauptsächlich die unzureichenden Verkehrsverbindungen und Umleitungen. Zufrieden konnte der Vorsitzende den Zuwachs von 50 neuen Mitgliedern bekannt geben. Auch die Zusammenarbeit mit der Presse verlief positiv, die Gütersloher Zeitung veröffentlichte eine Sonderbeilage. Der Verlauf der Messe habe gezeigt, so Alfred Köhler, »dass dem Mutigen die Welt gehöre«.

Der Jahresrückblick des Kassierers August Goldstein am 3. März 1932 verzeichnete einen Anstieg der Mitgliederzahlen von 127 im Jahr 1912 auf 142 im Jahr 1932. Immer noch diskutiert wurde über die im Februar 1932 erfolgte Gründung eines Rabattsparvereins, der sich allerdings auf den Lebensmittelhandel und die Bäckereien beschränkte. Die Planung verkaufsfreier Sonntage und die Einheitsbewertung der Gebäue und Grundstücke beschäftigte die Mitglieder bis zur Planung der nächsten Messewoche.

Auf der Geeneralversammlung vom 25. November 1931 wurde bereits einstimmig beschlossen, im nächsten Jahr erneut eine Oktobermesse durchzuführen. In der Zeit zunehmender Schwierigkeiten und starker Umsatzrückgänge wuchs jedoch die Zahl der ablehenden Stimmen, auch im Vorstand. In der Generalversammlung vom 11. Juli 1932 im Hotel Barkey sprach der Syndikus des Handwerks- und Gewerbeamtes, Dr. Hans Bertram (1899–1935), von einer »vaterländischen Pflicht«, die es zu erfüllen gelte und befürwortete die erneute Abhaltung einer Werbewoche mit dem Slogan »Verkehr schafft Verkehr«. Es kam zu einer erneuten Abstimmung, die sich mit 32 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen für eine Neuauflage der Oktobermesse aussprach.

Eine weitere Maßnahme zur »Anhebung des Verkehrs« bestand in der Aufstellung des ersten Telefonhäuschens in der Stadt. Auf dem Rathausplatz wurde die Reklamesäule der westdeutschen Lichtreklame entfernt und am 24. Dezember der erste öffentliche Fernsprecher in Betrieb genommen. Für die Beleuchtung zahlte die Post zehn Reichsmark jährlich an die Stadt, die den Anschluss an das elektrische Leitungsnetz herstellte. Etwas später wurde in dem Häuschen ein Briefmarkenautomat angebracht.

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© wetterdienst.de

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