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80-jähriges Jubiläum

Die Organisatoren der 1. OktobermesseDie Anfänge der »Gütersloher Oktobermesse« als Werbeveranstaltung der heimischen Geschäftsleute liegen im Jahr 1930. 1929 bescheinigte das Statistische Landesamt der örtlichen Wirtschaft noch einen guten 20. Platz im Kreis der westfälischen Städte. Doch nach einer wirtschaftlichen Scheinblüte verschlechterte sich die Lage durch die Weltwirtschaftskrise. Bis Ende 1931 stieg die ZahI der Arbeitslosen reichsweit auf 4.887.000 an, 1932 waren es mehr als sechs Millionen. Wegen der Kriegsschulden und Reparationslasten erließ die Regierung unter dem Kanzler Brüning zahlreiche Notverordnungen, die unter anderem die Löhne senkten und einen Preisabbau für Artikel des täglichen Bedarfs zur Folge hatten. Die Stundenlöhne der Tiefbauarbeiter wurden auf 71 Pfennig, die der Maurer auf 1,14 Mark festgesetzt. Das bedeutete eine Senkung um zwölf Prozent.

Konkurse und fehlender Konsum führten zu dramatischen Umsatzrückgängen im Einzelhandel und zu einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Depression. In Gütersloh lebten 1931 25.230 Einwohner, die Zahl der Wohnungen betrug 5.529. Mit 350 Arbeitslosen (jeder 14. von 1000 Einwohnern) noch etwas besser als in Westfalen (36 von 1.000) Um die heimische Wirtschaft neu zu beleben, war die Eigeninitiative der Geschäftsleute gefragt Am 18. März 1930 stellte Köhler in der Generalversammlung im Hotel Barkey fest. dass gute Schaufenster und gute Bedienung die Grundbedingungen des Erfolges seien. In den Städten und Gemeinden des Kreises Wiedenbrück startete die örtliche Wirtschaft mit den Parolen »Kauft am Platze«, mit der Folge, dass die auswärtigen Kunden wegblieben. Bereits 1929 wurde an den Litfasssäulen das Plakat »Kauft in Gütersloh« angebracht, was eine starke Werbekraft besaß.

1930 wurde die Aktion weitergeführt. Doch diese Maßnahme allein reichte nicht aus. Der Vorstand um den Vorsitzenden Alfred Köhler, Willy Eickholt. August Goldstein, Burghard Müller, Wilhelm Roggenkamp, Friedrich Schrewe, Alfred Temme, Wilhelm Wagener und Hans Zumwinkel erkannten, dass die Stadt in den letzten Jahren durch zu geringe Werbung an Geltung eingebüßt habe und seine verlorene Position wieder zurückgewinnen musste. Auf der Generalversammlung vom 11. November 1930 im Hotel Kaiserhof brachten Hans Zumwinkel und Alfred Köhler ihre Idee zur Sprache, in Gütersloh eine Werbewoche nach Lippstädter Vorbild zu veranstalten. Am 17. November trafen sich die Mitglieder erneut und hörten die Berichte über die Herbstwoche in Lippstadt. die Bielefelder »Rot-Weiß-Woche« und Reklameaktionen in Wiedenbrück. Einstimmig beschlossen sie, »im kommenden Jahr eine Werbewoche zu veranstalten«. Der Termin wurde auf die Zeit vom 10. bis 18. Oktober 1931 festgelegt. um eine Überschneidung mit der Wiedenbrücker Kirmes am 1. Sonntag und Montag des Monats zu vermeiden. Bis zu diesem Termin fanden 15 weitere Sitzungen des Vorstandes und der Mitglieder statt, in denen vor allem das Programm und die begleitenden Werbeaktionen beraten wurden.

Mit Musikkapellen auf Leiterwagen ging es hinaus in die Dörfer. Ein Autobus wurde angemietet. der im Pendelverkehr zwischen Gütersloh und Wiedenbrück Besucher für 50 Pfennige in die Stadt brachte, »bis der Landrat kam und den Wagen beschlagnahmte, obwohl er mein bester Freund war«, so der Vorsitzende in seinen Erinnerungen 25 Jahre später. Im August 1931 äußerte sich Köhler auf einer Mitgliederversammlung zum Thema »Sparen in Notzeiten«: »Selbstverständlich müsse in einer Notzeit jede unnütz Ausgabe vermieden werden, man dürfe aber doch nicht glauben, dass die Wirtschaft allein mit Sparmaßnahmen wieder in Fluss zu bringen sei. Es sei auch unsinnig, alle Feste ausfallen zu lassen. Durch solche übertriebene Rücksichtnahme auf die gegenwärtigen Verhältnisse würden viele Volksgenossen brotlos«. Aufkommenden Stimmen gegen die geplante Werbewoche begegnete Köhler mit dem Satz »Dem Mutigen gehört die Welt« In einer Notzeit sei Sparen zwar gut. so Köhler, jedoch sei ein reger Umsatz für den Einzelhändler selbst und im Interesse der Gesamtwirtschaft immer begrüßenswert. Zur Belebung des Geschäfts könne man nicht die Hände in den Schoß legen und den Ereignissen tatenlos abwartend zusehen.

Die Messe bot den Firmen, Handwerksbetrieben und Einzelhändlern der Stadt die Möglichkeit, mit eigenen Ständen auf ihre Produkte und Leistungen hinzuweisen und zu werben. Voraussetzung für eine Erfolg versprechende Durchführung war allerdings die finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Diese sagte zu, den Strompreis auf 25 Prozent zu reduzieren, die öffentlichen Gebäude, besonders das Rathaus, zu beleuchten, die Sätze der Vergnügungssteuer zu senken und den Marktplatz an der Schulstraße kostenlos bereitzustellen.

Für eine reibungslose Organisation wurden verschiedene Kommissionen gewählt: die Etatkommission, bestehend aus den Kaufleuten Vogt, Goldstein, Eickholt, Manecke und Eisenstein, Thümmel und Westerbarkey als Vertreter der Zeitungen, Dr. Franz Langmann, Syndikus des Handwerksamtes, die Berufsvertretung des selbständigen Handwerks und der städtische Verwaltungsdirektor Hermann Schumann, die Ausschmückungskommission mit den Herren Lenzen, Brockmann und Temme, eine Verkehrskommission, eine Platzkommission (Ordnungskommission), der die Herren Langmann, Manecke, Zumwinkel jr., Jäger und Nitsch angehörten.Sie sollten während ihrer Tätigkeit auf dem Marktplatz mit grün-weißen Armbinden versehen werden. Die Gesamtleitung der Veranstaltung übernahm Dr. Franz Langmann, der das Messebüro in seiner Dienststelle, dem Handwerks-und Gewerbeamt in der Roonstraße Nr.2, einrichtete. Er erhielt für seine Tätigkeit ein Honorar von 350 Mark. Die Gesamtkosten der Veranstaltung wurden mit 1.500 Mark veranschlagt und je zur Hälfte vom Ladeninhaberverein und vom Wirteverein getragen. Der Leiter der Fortbildungsschule, Bicknese, wurde mit der Ausschreibung eines werbewirksamen Plakats beauftragt, die eingehenden Schülerarbeiten sollten mit Geldpreisen prämiert werden. Aus der Reihe der vorgelegten Entwürfe fand schließlich das Messe-Plakat der Druckerei Ludwig Flöttmann mit den 3 Kirchtürmen einstimmige Zustimmung und wurde in einer Auflage von 1.500 Stück gedruckt.

In Sachen Veranstaltungswerbung war folgendes geplant: die Fliegerschule in Münster wurde gebeten, Plakate abzuwerfen, Reklameautos mit Musik unter Führung des »Spieker-Autos« sollten durch die weitere Umgegend fahren, dazu Luftballons in den städtischen Farben grün und weiß zum Preis von acht Pfennigen verkauft werden, die neben der Firmenwerbung die Aufschrift »Werbe-Woche« trugen. Am Bahnhof sollte ein Transparent mit einem Willkommensgruß und eines von vier Werbetransparenten mit der Aufschrift »10.–18. Oktobermesse« angebracht werden. Weitere Transparente befanden sich an den Eingängen zur Innenstadt: an der Berliner Straße in der Nähe der Gaststätte »Handelshof«, Unter den Ulmen und an Spiekers Ecke J. F. Zumwinkel) an der Hohenzoliernstraße.

Für einen Stand auf dem Marktplatz sollten nur diejenigen Schausteller eine Genehmigung erhalten, die das »Gütersloher Handwerk und Gewerbe nicht schädigen«. Über die Zulassung von Buden, Karussells, Hippodrom (Reitschule) und Zirkus entschied der Vereinsvorstand. Jeden Tag sollte nachmittags ab 15.30 Uhr ein Kirmestreiben auf dem Marktplatz stattfinden. Der Wirteverein beabsichtigte, ein Zelt von rund 250 Quadratmetern aufzustellen. Die Kinos wurden gebeten, in der Woche ein besonders zugkräftiges Programm anzubieten. Verbilligte Busverbindungen zur Messe wurden ebenso angeboten, wie verkaufsoffene Geschäfte an den beiden Sonntagen von 11.30 bis 17.30 Uhr. Auf dem Dreiecksplatz soll für turnerische Vorführungen ein Podium errichtet werden, für den Donnerstag war eine Modenschau im Saal der Gesellschaft »Eintracht« und am Freitag bei dem Wirt Schettler im Hotel Barkey vorgesehen. Models und Moderation stellte das Bielefelder Stadttheater.

Geplant war darüber hinaus ein Schaufensterwettbewerb mit Preisausschreiben, das Aufsteigen eines Freiballons durch den Flugverein, ein Reiterfest des Landwirtschaftlichen Vereins, Möbel-und Bilderausstellungen im Evangelischen und Katholischen Vereinshaus, im Saal Gehle, in der (alte Töchterschule) Moltkestraße und im Hotel Barkey, darüber hinaus Vorträge von Referenten der Landwirtschaftskammer Münster. Auch eine Besichtigung der Mielewerke sollte für auswärtige Gruppen angeboten werden. Die »Gütersloher Zeitung« bot an, jeden Abend um 19 Uhr die neuesten politischen Tagesmeldungen per Lautsprecher an der Geschäftsstelle in der Kökerstraße bekannt zu geben

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1. Oktobermesse

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