80 Jahre Michaeliswoche

Erfolgreiche Veranstaltungen entstehen oft aus der Not heraus. Der Ursprung der Gütersloher Michaeliswoche vor 80 Jahren fällt in die schlimmste Zeit der Weltwirtschaftskrise. Alles beginnt 1931 mit einer ersten Werbewoche der Gütersloher Einzelhändler. Ihr Ziel ist es, damit den Konsum anzukurbeln und die in Folge der Massenarbeitslosigkeit geschwundene Kaufkraft am Ort zu halten.

Die Ausstellung im Stadtmuseum zeigt die Entwicklung von der Oktobermesse zum Traditionsvolksfest Michaeliswoche. Beschrieben wird auch der Weg des organisierten Einzelhandels vom Ladeninhaberverein vor einhundert Jahren über den Einzelhandelsverband zur Werbegemeinschaft. Dabei darf natürlich die eigene Geschichte des Vereins Michaeliswoche nicht zu kurz kommen. Kernpunkte und wechselnde Begleitaktivitäten geraten in den Blick. Man erinnert sich: an die Ausstellungsformate »Sie + Er« sowie an die GÜWA. Festumzüge, Modenschauen, Sport- und Musikveranstaltungen sowie weitere Informations- und Unterhaltungsangebote waren häufig zeitbedingt und veränderten sich.

Apropos Michael: Deiner volkskundlichen Bedeutung geht die Ausstellung nach, indem sie auf das hiesige Michaels-Brauchtum schaut, damit dieses in seiner traditionellen Bedeutung nicht in Vergessenheit gerät. Schließlich soll man ja auch noch in der Zukunft das Gütersloher Michaelislied singen können.

Im Mittelpunkt aber steht die Kirmes. Während der Michaeliswoche zieht sie hunderttausende Besucher an. Die Jubiläumsausstellung zeigt sie »en miniature«. Schaugeschäfte der Lippstädter Schaustellerfamilie Schneider, nachgebaut von Modellbauern und arrangiert vom Sammler Wolfgang Zylka, stehen neben Originalen, die mit bunter Beleuchtung Kirmes-Flair ins Museum bringen. Die Kirmes-Vergangenheit im Stadtmuseum ergänzt das lebhafte Treiben auf dem Marktplatz. - Beides ist einen Besuch wert.

80 Jahre Michaeliswoche – Ausstellung im Stadtmuseum Gütersloh, »Von der Gewerbeschau zum Volksfest«, 24. September bis 19. November 2011